Lackieranlage für Kunststoffe

Kunststoff unterscheidet sich in drei Punkten von Metall: geringe Oberflächenenergie, begrenzte Wärmebelastbarkeit und mit der Temperatur nachlassende Maßhaltigkeit. Diese drei Einschränkungen erklären, warum Kunststofflinien anders ausgelegt werden als Metalllinien.

So funktioniert der Prozess

Damit Lack auf Kunststoff haftet, muss die Oberflächenenergie erhöht werden. Beflammung oder Plasmabehandlung leistet dies. Die Wirkung ist nicht dauerhaft; eine aktivierte Oberfläche fällt binnen Stunden zurück, weshalb die Zeit zwischen Vorbehandlung und Lackierung ein Prozessparameter ist.

Kunststoffteile halten hohen Temperaturen nicht wie Metall stand. Die Trocknung erfolgt typischerweise unter 80 °C, IR-unterstützt und kurz. Die Ofentemperatur muss unter der Wärmeformbeständigkeitstemperatur des Werkstoffs bleiben.

Die Farbstabilität hängt unmittelbar vom Kabinenklima ab. Schwankungen von Feuchte und Temperatur erzeugen insbesondere bei Metallic- und Perleffektlacken Farbunterschiede von Schicht zu Schicht. Kunststoffkabinen werden daher über ein Klimagerät feuchte- und temperaturgeregelt betrieben.

Technischer Rahmen

Kabinenklima23 ± 2 °C · 60 ± 5 % relative Feuchte
VorbehandlungBeflammung · Plasma
TrocknungIR-unterstützt, niedrige Temperatur
ApplikationRobotergestützt · elektrostatische Eignung bauteilabhängig

Die Werte sind branchenübliche Arbeitsbereiche. Jede Anlage wird nach Bauteilgeometrie, Zielkapazität, Lacksystem und Kundenspezifikation neu berechnet.

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